Knapp vier Stunden nach dem Abschied von Katja und Basti kommen wir in Görlitz an, der östlichsten Stadt Deutschlands. Schon nach wenigen Schritten merken wir: die Altstadt ist wunderschön, die Straßen gesäumt von liebevoll renovierten Altbauten.
Dass das Stadtbild heute so aussehen würde, war zu DDR-Zeiten noch undenkbar. Die prunkvollen Bauten waren damals als “dekadent” verschrieen und wurden stark vernachlässigt. Wie die Wende dazu beitrug, dass Görlitz sich uns jetzt so zeigt, erzählt Peter Mitsching, Leiter der unteren Denkmalschutzbehöre, im Interview:
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Nach dem Interview führt uns Peter Mitsching mit stolzgeschwellter Brust in einen alten Handelshof, der noch unsaniert zwischen hoheitsvollen Gebäuden am Untermarkt steht. Als er uns die schwere Holztür öffnet, bleibt uns fast die Luft weg: Plötzlich stehen wir in einem riesigen Gewölbe mit Rundbögen, ausladenen Treppenaufgängen und riesigen Sälen. Seit der Renaissance gibt es diesen Hof. Vor der Wende diente er als einfaches Wohnhaus, deshalb sind viele der handbemalten Holzdecken abgehängt und die Wände verputzt. An einigen Stellen haben Denkmalschützer jedoch schon Wände aufgebrochen und verzierte Säulen, Wandmalerien oder alte Kochnischen aufgespürt. Eine Zeitreise.
Wer wie wir die Schätze hinter Görlitz Fassaden entdecken will: Am 12. September findet der Tag des Denkmals unter dem Motto “Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr” statt.
